Der Laboratoriums-Gottesdienst hat sich in den zurückliegenden Jahren zu einer festen Größe im gottesdienstlichen Angebot der Pfarrei St. Marien Friesoythe entwickelt.
In diesem Jahr ist der Karfreitagsgottesdienst mit dem Wort »stigmata« überschrieben. Stigma bedeutet wörtlich Stich-, Punkt-, Wund- oder Brandmal. Als Stigmata werden insbesondere die Wundmale bezeichnet, die Jesus von Nazareth bei der Kreuzigung zugefügt wurden. Aber auch im gesellschaftlichen Alltag hat das Stigma seinen Platz: stigmatisierten Menschen haben ein »Auffälligkeitsmerkmal«. Das Stigma zeugt von einer Verletzung oder Verwundung. Wunden werden geschlagen – nicht nur bei Jesus von Nazareth. Wunden werden geschlagen – nicht nur an dem einen Kreuz auf Golgatha.
Das Laboratoriums-Team bietet mit »stigmata« einen weiteren Zugang zum Karfreitagsgeschehen. So fügt sich dieser Gottesdienst gut in die bisherige Reihe ein: Seit 2010 nahm das Karfreitags-Laboratorium die Gottesdienstteilnehmer jeweils auf einem anderen Weg mit nach Golgatha.
Für den aktuellen Gottesdienst hat Stadtschmied Alfred Bullermann eigens fünf Kreuznägel geschmiedet. Musikalisch begleiten den Gottesdienst Pascal Tieke (Sedelsberg) am Marimbaphone, Theo Haneklau (Cloppenburg) an der Klarinette und Thomas Hanisch (Friesoythe) an der Gitarre.
Die Gestaltung des Gottesdienstes ist bewusst so angelegt, dass auch Menschen, die nicht oder nicht sehr oft Gottesdienste besuchen, gut daran teilnehmen können. Wer einfach Freude an einem »anderen« Gottesdienst hat, ist ebenfalls herzlich willkommen.
Vorbereitungsteam: Pfr. Ulrich Bahlmann, Irene Block, Annette Jahn, Mechthild Hanisch, Martin Kröger, Sabine Orth, Anja Runden, Gabi Tepe
»Die Schläge auf die Kreuzesnägel dröhnen noch im Ohr...«
»Im Kopf arbeitet der Karfreitags-Gottesdienst des Laboratoriums. Er ging unter die Haut. Die Schläge auf die Kreuzesnägel dröhnen noch im Ohr. Sie trafen mich ins Herz. Habe ich in den zurückliegenden Lebensjahren die Leidensgeschichte eigentlich nie richtig verstanden? Sie geht weit über lähmendes Entsetzen und Schuldgefühle hinaus...«
Dieser Auszug aus einer Mail, die nach dem Gottesdienst beim Laboratoriums-Team einging, steht stellvertretend für eine Reihe von Rückmeldungen. »Bewegend« ist das bei Reaktionen am meisten genutzte Wort. Gut 300 Personen zwischen 15 und 75 Jahren hatten sich am Karfreitag in der Altenoyther Dreifaltigkeitskirche versammelt, um das Leiden und Sterben des Jesu von Nazareth zu erinnern.